Rund um den Seetalplatz entsteht ein neuer Stadtteil. Wo früher Industrieanlagen und Verkehr das Bild prägten, werden heute Wohnungen, Arbeitsplätze, Bildungsangebote und öffentliche Räume geschaffen. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine Infrastruktur, die kaum sichtbar ist: der Wärmeverbund Seetalplatz. Er versorgt immer mehr Gebäude im Entwicklungsgebiet mit nachhaltig erzeugter Wärme und Kälte.
Seit 2022 produziert der Wärmeverbund Seetalplatz auf dem Areal der Viscosistadt Energie aus Grundwasser, industrieller Abwärme und Solarstrom. Die Grundlage dafür bildet ein mächtiger Grundwasserstrom entlang der Kleinen Emme. Bereits die ehemalige Viscosuisse nutzte dieses Wasser während Jahrzehnten für ihre industriellen Prozesse. Heute dient dieselbe Ressource dazu, Wohnungen, Büros und öffentliche Gebäude im Entwicklungsgebiet nachhaltig mit Wärme und Kälte zu versorgen.
Wichtiges Etappenziel erreicht
In diesem Herbst wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht: Ende September ging das neue Verwaltungsgebäude des Kantons Luzern am Seetalplatz von der Bauherrschaft an den Kanton über. Seit Oktober läuft der Bezug des Gebäudes durch die kantonale Verwaltung. Auch dieser Neubau bezieht seine Wärme und Kälte über den Wärmeverbund Seetalplatz. Künftig werden hier rund 1450 Mitarbeitende arbeiten.
«Mit dem Anschluss des Verwaltungsgebäudes haben wir ein weiteres wichtiges Etappenziel erreicht», sagt Geschäftsführer Werner Häller. «Vor wenigen Jahren haben wir die ersten Gebäude versorgt. Heute sind wir mitten in der Entwicklung von Luzern Nord angekommen und weitere Anschlüsse stehen bereits bevor.»
Ein anderes wichtiges Etappenziel wurde bereits im Herbst 2023 erreicht. Damals wurde die Überbauung 4Viertel am Seetalplatz an den Wärmeverbund angeschlossen. Seither werden die Wohnungen sowie die Gewerbe- und Dienstleistungsflächen der Überbauung mit Wärme und Kälte versorgt.
Weitere Baufelder folgen
In den vergangenen Jahren hat der Wärmeverbund sein Netz kontinuierlich erweitert. Weitere Anschlüsse im Gebiet Luzern Nord sind Bearbeitung. Dazu gehören das Areal Rüüssegg, das Projekt Metropool sowie der Seidenhof. Mit jedem neuen Gebäude wächst das Versorgungsgebiet weiter.
Auch bei der Energieproduktion entwickeln sich die Zahlen erfreulich. Rund sechs Prozent der erzeugten Energie stammen aus der Rückgewinnung von Prozesswärme aus der Produktion der Monosuisse AG. Im Jahr 2025 mussten weniger als zehn Prozent der benötigten Energie durch Erdgas bereitgestellt werden. Der überwiegende Teil der Energie wird heute lokal und erneuerbar erzeugt.
Während am Seetalplatz neue Gebäude sichtbar in die Höhe wachsen, entsteht ein Teil der Infrastruktur weiterhin im Untergrund. Mit jedem neuen Anschluss wächst auch der Wärmeverbund weiter mit dem neuen Stadtteil am Seetalplatz.